Von einander lernen durch gemeinsames Leben und Arbeiten - Partnerschaftsprojekt Trinkwasser (Berufsbildende Schule 3 der Region Hannover / Lwandai Post Primary School / Lwandai Secondary School in Mlalo, Tansania)

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Ergebnisse/Materialien

Verlauf und Ergebnisse des Projektes

Im Vorfeld der Reise waren vor allem Vorbereitungen für die geplante Unterrichtseinheit zur Trinkwasseranalyse notwendig. Die Firma Sigma-Aldrich unterwies unsere Schüler in der Analysetechnik und stellte uns die notwendigen Laborgeräte und Chemikalien zur Verfügung. Da es sich bei den Chemikalien um Gefahrgut handelte, mussten diese per Luftfracht nach Tansania befördert werden. Auch hier erhielten wir vorbildliche Unterstützung durch das Unternehmen. Schwieriger war es dann, die Chemikalien in Tansania aus dem Zoll zu bekommen. Erst nach 5 Tagen stand uns der Koffer zur Verfügung, so dass wir den Unterricht erst relativ spät in Mlalo durchführen konnten.
In weit größerem Umfang brachte unsere Planung ein Busunfall durcheinander, der sich bereits auf dem Weg nach Mlalo ereignete. Wegen des Unfalls gingen drei Tage verloren, die weniger für die Projektarbeiten zur Verfügung standen. Auch waren ein Schüler und ein Lehrer aufgrund ihrer Verletzungen die ganze Zeit nicht arbeitsfähig.
So konnten wir Teile des Projektes nicht im geplanten Umfang durchführen, beziehungsweise mussten die Projektziele ändern.



Sanierung der Trinkwasserquelle

Die Überdachung der Trinkwasserquelle war der zeitlich aufwendigste Teil des Projektes. In Zusammenarbeit mit einem örtlichen Handwerksbetrieb sollte die Überdachung konzipiert und gebaut werden. Dies war im reduzierten Zeitrahmen nicht möglich, so dass wir diesen Teil nicht in Angriffe genommen haben. Wir haben lediglich die Wartungsarbeiten (Reinigung der Filteranlage, Abdichtung des Sammelbeckens) vorgenommen.
Dagegen konnten wir die Unterrichtseinheit zur Trinkwasseranalyse wie geplant in zwei Klassen durchführen. Sowohl Schülerinnen und Schüler als auch die Lehrkräfte waren sehr interessiert dabei und konnten nach kurzer Zeit selbst die Analyseverfahren durchführen. Besonders begeisterte die Möglichkeit, die gemessen Werte vom Analysegerät über Datenkabel auf den PC überspielen zu können, um dort die Daten grafisch aufzubereiten.



Wartung und Reparatur von Trinkwasserleitungen

Anstelle der Trinkwasserquellensanierung bildeten Wartungs- und Reparaturarbeiten den Schwerpunkt des Projektes. Bei der Inspektion der 1999 installierten Anlagenteile waren wir positiv überrascht: Alles war noch vorhanden und funktionierte. Sogar das damals von uns den Schulen übergebene Material wurde in der Zwischenzeit verbaut. So entstand in Eigenregie der Schule ein zusätzlicher Waschplatz. Reparaturen waren hauptsächlich an den Wasch- und Sanitäranlagen notwendig, die zu Unterkünften der Schülerinnen und Schülern gehörten (s. Schülerbericht). Außerdem führten wir Reparaturen an den Sanitärräumen des Gemeindehauses durch.


Schüler im Unterricht bei der Trinkwasseranalyse
Probleme gab es beim Rohrgewindeschneiden. Die gekauften ½- und ¾-Zollrohre auch chinesischer Produktion hatten trotz weltweiter Normung so große Außendurchmesserabweichungen, dass wir mit unseren deutschen Präzisionswerkzeugen kein Gewinde schneiden konnten. Dagegen klappte es dann mit viel Mühe und einer ziemlich abgenutzten Schneidkluppe (Vorkriegsmodell) „made in England“.
Die Ausstattung als Reparatur- und Wartungswerkstatt konnten wir nur zum Teil vornehmen, da wichtiges Spezialwerkzeug (Gewindeschneidkluppe, Pionier, S-Rohrzange, usw.) in der näheren Umgebung nicht zu kaufen war.


Keine Verständigungsprobleme gab es zwischen den deutschen und tansanischen Schülerinnen und Schüler
Nachbereitung und Weiterführung des Projektes

Auf Grund der Erfahrungen von 1999 hatten wir diesmal verstärkt darauf geachtet, das Projekt zu dokumentieren. Schon kurz nach der Rückkehr wurde ein Diavortrag zusammenstellt, der in mehreren Klassen von den beteiligten Schülern präsentiert wurde. Wenige Zeit später war auch eine Powerpointpräsentation fertig, die interessierten Kolleginnen und Kollegen sowie auf Konferenzen gezeigt wurde. Außerdem wird zur Zeit eine kleine Ausstellung erstellt. In Tansania hatten wir insgesamt 9 Stunden Filmmaterial mit einer digitalen Videokamera aufgenommen. Daraus soll ein ca. 30 Minuten langer Film entstehen. Am 25.9.2002 veranstalteten wir eine Pressepräsentation, auf Grund derer in der Neuen Presse am 26.9. und in der Hannoverschen Allgemeinen am 10.10. ein Artikel erschien.
Anknüpfend an die in Mlalo vorgestellte Unterrichtseinheit zur Wasseranalyse wollen wir diesen Teil des Projektes weiter von Deutschland aus begleiten. Zu unserer Überraschung besaß die Lwandai Secondary School seit wenigen Wochen einen Computer mit Internetzugang. Auch für die Schüler und Schülerinnen standen 5 Computer zur Verfügung, die allerdings noch nicht vernetzt sind. Wir vereinbarten über E-Mail regelmäßig Wasseranalyseergebnisse auszutauschen. Da unsere Partnerschule noch keine geeignete Software besitzt, haben wir im Rahmen der Microsoft Partnerschulprogramms ein Projekt angemeldet. Wir erhalten dadurch kostenlos die notwendige Software und Unterstützung.


Finanzierung des Projektes

Ohne Sponsoren wäre ein solches Projekt nicht durchführbar. Selbst die Reisekosten würden die finanziellen Möglichkeiten unserer Schülerinnen und Schüler übersteigen.

Wir danken daher an dieser Stelle allen unseren Sponsoren, insbesondere der Niedersächsischen Staatskanzlei und der Sparda-Bank Hannover, die den größten Teil des Projektes finanziert haben. Aber auch vom Evangelischen Entwicklungsdienst - Aktion Bildung und Publizistik (ABP) erhielten wir finanzielle Unterstützung. Bezüglich der Unterrichtseinheit zur Trinkwasseranalyse unterstützte uns die Firma Sigma-Aldrich durch Schulung und Sachspenden in erheblichem Umfang.
Genauso wichtig für das Projekt war das Engagement und die Kooperationsbereitschaft der Ausbildungsbetriebe, die es ermöglicht haben ,dass die Auszubildenden Urlaub bzw. Bildungsurlaub erhalten haben, um an dem Projekt teilzunehmen. Wir danken daher den Firmen Avacon und Gas- und Industrierohrbau für die vertrauensvolle Zusammenarbeit.
Nicht zuletzt war uns das Energiehaus Hannover e.V. eine große Hilfe, das uns in organisatorischen Dingen vielfach unterstützte.





Zuletzt geändert: 30.05.2016 11:15