Schulpartnerschaft mit den Berufsschulen in Jászberény in Ungarn (Adolf-Kolping-Schule Lohne / Klapka Györgi Jászberény Ungarn)

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Entstehung/Aktivitäten

Entstehung

Zwischen der Stadt Vechta und der Stadt Jászberény in Ungarn besteht seit nunmehr genau zehn Jahren eine intensive Partnerschaft. Anfang Oktober 2003 wurde dieses Jubiläum in der Partnerstadt Jászberény gefeiert. Vertreter des Stadtrates, der Vereine, der Kirchen und Schulen machten sich mit dem Zug auf die 1500 km lange Reise, um die Feierlichkeiten mit einem großartigen Festakt im Rathaus und im Bürgerhaus zu begehen. Die Kinder und Jugendlichen der beiden Musikschulen der Städte gaben den Feierlichkeiten mit ihren musikalischen Darbietungen einen schönen Rahmen.
Bei seinem ersten Besuch 1991 im Vechtaer Rathaus formulierte der ungarische Bürgermeister, Dr. Levente Magyar, den Wunsch: “Bitte schicken Sie uns ihre Kinder.“ Bis heute ist die damalige Einladung zum Schüleraustausch Programm der 1993 begründeten Städtepartnerschaft zwischen Vechta und Jászberény.
Allein in diesem Jahr 2003 hat es zwölf Austauschfahrten von Kindern und Jugendlichen gegeben, organisiert von den örtlichen Schulen, Sportvereinen und Musikschulen. Gerade bei dem Festakt zum zehnjährigen Bestehen der Partnerschaft wurde den 80 angereisten Gästen aus Vechta vor Augen geführt, wie vielfältig und fest die Freundschaftsbande seit dem ersten Treffen von Vertretern des Lehél-Vezér-Gimnáziums und des Gymnasiums Antonianum im Jahr 1988 geknüpft wurde.
So wie in Vechta hat sich auch in Jászberény ein Freundeskreis gegründet, um die Beziehungen abseits offizieller Kontakte zu fördern und Menschen mit gleichen Interessen zusammenzubringen.






Jászberény

Jászberény liegt in der ungarischen Tiefebene, 80 Kilometer östlich von Budapest. Die Stadt hat 30000 Einwohner und für ungarische Verhältnisse ein bedeutendes Wirtschaftspotential. Die größten Arbeitgeber sind der Kühlschrankhersteller Electrolux und die Schwermaschinenfabrik Apritógépyár.
Nach der Reform der Genossenschaften spielt die private Landwirtschaft eine bedeutende Rolle. Zumeist werde Getreide, Rüben und Mais angebaut. Geflügel-, Rinder- und Schweinezucht sind weit verbreitet.
Der „Jászberényer Sommer“ ist Ende Juli, Anfang August Höhepunkt des reichhaltigen Kulturlebens. Tanz- und Musikgruppen aus aller Welt treffen sich zu diesem Festival.
Das Volk der Jassen ist iranischer Abstammung und siedelte sich im 13. Jahrhundert an den Flüssen Zagyva und Tarna an. Die ungarischen Herrscher statteten die Jassen mit speziellen Privilegien aus. So lebte das Volk weitgehend autonom in einem Gebiet, zu dessen Zentrum sich Jászberény entwickelte. Nach Ende der türkischen Herrschaft verkaufte Kaiser Lipot I. die Region jedoch an die Deutschritter; damit war die Zeit der Privilegien beendet.
Doch die Jassen kauften sich 1745 mit einer halben Million Rheinischen Goldforinth ihre Privilegien von Kaiserin Maria Theresia zurück. Dieser Vorgang ging als „Redemption“ in die ungarische Geschichte ein.






Die Kirche von Jászberény
Aktivitäten

Die Adolf-Kolping-Schule, Berufsbildende Schulen II des Landkreises Vechta in Lohne, hat sich 1994 in die Aktivitäten der Stadt Vechta eingeklinkt und pflegt seit dem eine Partnerschaft mit der Berufsschule, der Klapka György Szakközepes und der Fachoberschule, der Liska József Erösáramú Gimnázium és Kollégium in Jászberény.
Im Jahre 2000, 2001 und 2002 fand jeweils im Frühjahr ein Besuch unserer Auszubildenden und ein anschließender Gegenbesuch der ungarischen Auszubildenden statt. Es beteiligt sich auch seit dem Frühjahr 2000 die Justus-von-Liebig-Schule aus Vechta mit an den Austauschprogrammen. Die Justus-v.-Liebig-Schule deckt die Bereiche Landwirtschaft, Körperpflege, Nahrungsmittel und den Sozialbereich ab. So können wir neben den technisch-gewerblichen Bereichen auch diesen Bereich bei den Schüleraustauschen mit berücksichtigen.
Im April 2000 ging es mit zwanzig Jugendlichen , zehn Mädchen und zehn Jungen, der beiden Berufsschulen für zehn Tage nach Jászberény. Im Gepäck hatten die Auszubildenden aus sechs Klassen (fünf Auszubildende kamen aus dem Berufsgrundbildungsjahr Holztechnik, fünf aus dem Bereich der Landwirtschaft und zehn aus der Hauswirtschaft und Sozialpflege) zwölf Tische und zwanzig Nachtschränkchen, die von Auszubildenden der Adolf-Kolping-Schule in Eigenregie im Rahmen des Lehrplans hergestellt worden waren. Drei Lehrkräfte begleiteten die Jugendlichen. Die Möbel wurden für ein Altenheim, einem ehemaligen Franziskanerkloster, gebaut. Dort verbringen Ordensschwestern ihren Lebensabend.




Die Mädchen und Jungen werden immer in Gastfamilien untergebracht. So lernen sie das Leben, die Sitten und Gebräuche der Menschen in Ungarn kennen.
Die Gegenbesuche der ungarischen Schülerinnen und Schüler finden ca. zwei Wochen nach dem Besuch der deutschen Schülerinnen und Schüler in Ungarn statt. Auch sie sind in Gastfamilien untergebracht. Auf dem Programm stehen Besichtigungen von Betrieben und kulturellen Einrichtungen sowie Praktika in Schulen und Betrieben. Gemeinsame Aktivitäten mit den Gastfamilien, Feiern und Ausflüge sind ein Teil des Programms, um Land und Leute und sich besser kennenzulernen.
Auch im Frühjahr 2004 soll es wieder einen Austausch geben, der das Ziel hat, die Jugendlichen in Betrieben und Schulen für ein Praktikum unterzubringen.
Im Herbst 2001 wurden außerhalb des üblichen Austauschprogramms fünf Elektroniker der Fachoberschule und fünf Friseurinnen aus Jászberény eingeladen, in Betrieben im Landkreis Vechta ein Praktikum zu absolvieren. Dieses Praktikum lief über 14 Tage und war ein großer Erfolg. Die Auszubildenden wohnten in Gastfamilien und gingen tagsüber in die Betriebe. Solch ein Praktikum soll immer wieder angeboten werden, sowohl für deutsche als auch für ungarische Auszubildende.






Berufsschule Klapka György in Jászberény


Zuletzt geändert: 30.05.2016 11:15